So MUSS ein Welpe sein

Wenn ein Welpe einzieht, haben wir ein Bild im Kopf: Er soll bitte schnell stubenrein sein, brav im Körbchen liegen, die Schuhe ganz lassen und draußen aufs Wort folgen. Am besten ein fertiger Hund im Miniformat, der unauffällig im Alltag mitläuft.
Die Wahrheit ist: Wer einen perfekten, unkomplizierten Mitläufer sucht, darf keinen Hund zu sich nehmen. Ein Welpe ist ein Hundekind – kein funktionierendes System.
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🌱 Das „Pflichtenheft“ des Welpen
Ein Welpe muss, darf und soll genau so sein:
- Er muss wild, frech, anstrengend und unvernünftig sein.
- Er muss in Hände beißen, Möbel anknabbern und Grenzen austesten.
- Er muss unsicher sein dürfen und Fehler machen.
- Ein Welpe muss nicht stubenrein sein.
- Ein Welpe muss nicht funktionieren.
- Er muss Hund sein dürfen.
💼 Genau das ist sein Job!
Wenn frischgebackene Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer uns anrufen und sagen: „Der Welpe hört nicht, schläft nicht durch und zwickt uns!“, dann kann unsere Antwort ehrlicherweise nur lauten: Das klingt, als hätten Sie einen völlig gesunden und großartigen Welpen.
🧠 Was ist der Job des Menschen? Die Realität.
Der Welpe muss nicht lernen, sich sofort an unsere Menschen-Welt anzupassen.
Der Mensch muss lernen, den Hund zu verstehen!
Das bedeutet:
- Lernbereit sein: Lernen Sie, wie Hunde wirklich kommunizieren (Stichwort Calming Signals/Beruhigungssignale). Wer die feinen Beschwichtigungssignale seines Hundes ignoriert, darf sich über laute Ausbrüche nicht wundern.
- Erwartungen runterschrauben: Vergessen Sie „Sitz“ und „Platz“. Das sind Kunststücke. Was jetzt zählt, ist der Beziehungsaufbau, Bindung und Vertrauen.
- Führung übernehmen – aber richtig: Konsequenz hat nichts mit Härte zu tun. Werden Sie für Ihren Welpen berechenbar, ruhig und schenken Sie ihm eine klare, liebevolle Struktur mit Regeln, die er verstehen kann. Zeigen Sie ihm in einer Sprache, die ihm entspricht, welche Gegenstände er mit den Zähnen bearbeiten darf. Zeigen sie ihm, wo der richtige Ort für seine Geschäfte ist und wie er zur Ruhe kommen kann.
🦮 Das obere Ende der Leine
Ein ausgeglichener, toller Begleiter entsteht nicht durch ein perfektes Hundekind. Er entsteht durch Menschen an seiner Seite, die bereit sind, an sich selbst zu arbeiten.
Für uns steht fest: Hundeerziehung beginnt immer am oberen Ende der Leine.
🐾 Und was ist dann der Job von Züchterinnen und Züchtern?
Wenn die Erziehung erst beim Menschen beginnt – wofür braucht es dann überhaupt eine verantwortungsvolle Zucht?
Unser Job ist es nicht, Ihnen einen fertig erzogenen Hund zu übergeben. Das kann und wird kein Züchter der Welt leisten. Unser Job ist das Fundament.
Wir legen den Grundstein dafür, dass Sie überhaupt eine Chance auf einen entspannten Alltag haben. Das bedeutet für uns:
- Die Welt im Mini-Format zeigen: Ein Hundebaby in gute Hände zu geben, das bereits die wichtigsten positiven Erfahrungen mit unserer Umwelt machen durfte.
- Echte Sozialisierung statt Massenabfertigung leisten: Unsere Welpen lernen von Tag eins an Alltagsgeräusche, verschiedene Untergründe, Autofahren, Kinder, das Leben im Haus und die ersten Pflegeschritte kennen.
- Urvertrauen und Sicherheit entwickeln lassen: Wir sorgen mit unendlich viel Liebe, Zeit und Struktur dafür, dass die Kleinen die Welt erst einmal als absolut sicheren, positiven Ort kennenlernen.
Als Züchterinnen und Züchter übergeben wir Ihnen ein neugieriges, bestens sozialisiertes und gesundes Hundekind mit einem gut gefüllten Rucksack voller Vertrauen.
Auspacken und die Welt erklären – das ist dann Ihr Job.

